Wasserstoffforschung und -technologie in Japan

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Die Deutsche Botschaft Tokyo hat einen Bericht zu Wasserstoffforschung und -technologie in Japan veröffentlicht. Der Bericht fasst die aktuelle Situation und die Ziele der japanischen Regierung wie folgt zusammen:

„Japan hat seine Klimaschutzziele Ende 2020 verschärft. Bei der Erreichung der Kohlenstoffneutralität bis 2050 kommt Wasserstoff (H2) eine zentrale Rolle zu. Nachdem Japan bereits 2017 seine Vision einer Wasserstoff-Gesellschaft und wichtige Meilensteine zu deren Verwirklichung im Rahmen der „Basic Hydrogen Strategy“ und konkreter Roadmaps ausgelegt hatte, setzt die jüngst vorgestellte „Green Growth Strategy towards 2050 Carbon Neutrality“ nun neue Zielmarken: Bereits 2030 soll ein jährliches Versorgungsvolumen von mind. 3 Mio. t Wasserstoff (100 TWh) bzw. 2050 bis zu 20 Mio. t erreicht werden. Eine Erhöhung auf 10 Mio. t Wasserstoff bis 2030 wird derzeit geprüft. Um diese Ziele zu erreichen, sollen die Produktionskosten auf unter 2 USD/kg Wasserstoff bis 2050 gesenkt werden. Japan verfügt über keine Definition von „grünem“ Wasserstoff. Langfristig soll jedoch der Anteil „grünen“ Wasserstoffs, der in Japan ausdrücklich auch Wasserstoff aus fossilen Energieträgern in Verbindung mit CCUS (Carbon Capture, Utilisation and Storage) umfasst, nach japanischen Angaben noch über der von Deutschland angestrebten Menge liegen.

Für seine etablierte FuE-Landschaft im Bereich der Wasserstofftechnologien sieht Japan dabei nicht nur ambitionierte Ziele, sondern auch zusätzliche Förderung vor: Die Einrichtung eines Regierungsfonds in Höhe von 2 Bio. JPY (ca. 16 Mrd. €) ab FY 2021 für einen Zeitraum von 10 Jahren für die Entwicklung grüner Technologien sowie Steuervergünstigungen für einschlägige FuE-Investitionen sollen weitere Investitionen in der Privatwirtschaft zur Erreichung des Kohlenstoffneutralitätsziels mobilisieren. Im Fokus der Forschung und Entwicklung stehen Technologien zur Kostensenkung bei der Wasserstofferzeugung, insb. der Elektrolyseverfahren. BMBF und JST planen derzeit eine gemeinsame Fördermaßnahme (2+2 Call) für den Sommer 2021. Zwei Forschungspräsenzen in Japan mit dem Ziel Wasserstoffforschung werden mit Förderung durch das BMBF in Kürze in Japan eingerichtet.

Als Hochtechnologieland ist Japan auch im Bereich Wasserstofftechnologien ein wichtiger und lohnender Forschungs- und Innovationspartner für Deutschland.“

Der komplette Bericht (Stand: 16. April 2021) umfasst auch Schlaglichter der japanischen Wasserstofftechnologieforschung und Bezugspunkte zu Deutschland. Er steht hier zum Download zur Verfügung.


 

Bei Rückfragen steht Dr. Lothar Mennicken, Referatsleiter Wissenschaft und Technologie, Deutsche Botschaft Tokyo zur Verfügung.

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