Physik-Nobelpreis für DAAD-Alumnus

© picture alliance / Schellnegger

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an den Astrophysiker Prof. Dr. Reinhard Genzel. Zusammen mit seiner Kollegin Andrea Ghez aus den USA wird er für Forschungen zu schwarzen Löchern ausgezeichnet. Der Wissenschaftler wurde auch vom DAAD gefördert.

Prof. Dr. Reinhard Genzel, Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching, erhält gemeinsam mit Andrea Ghez den Nobelpreis für Physik 2020. Die Königlich Schwedische Akademie zeichnet die beiden Wissenschaftler für ihre Forschungen an schwarzen Löchern aus. „Genzel und sein Team beobachteten mit hochpräzisen Methoden das schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße – unter anderem Helligkeitsausbrüche von Gas aus der unmittelbaren Umgebung des schwarzen Lochs und eine von diesem Massemonster verursachte Gravitationsrotverschiebung im Licht eines vorbeiziehenden Sterns“, teilte das Max-Planck-Institut mit. Genzel und Ghez teilen sich den Physik-Nobelpreis zur Hälfte mit Roger Penrose aus Großbritannien.

Zusammenarbeit mit dem DAAD
Der 1952 in Bad Homburg vor der Höhe geborene Genzel studierte Physik an der Universität Bonn. Neben seiner Tätigkeit am Max-Planck-Institut ist er Full Professor of Physics an der University of California, Berkeley, in den USA sowie Honorarprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität München. In den Jahren 2016/17 leitete der Wissenschaftler ein vom DAAD gefördertes Projekt im Rahmen des Programms „Projektbezogener Personenaustausch (PPP)“ mit Japan zum Thema: „Anatomie Junger Galaxien aus hochauflösenden Beobachtungen“. Das Projekt wurde Ende 2017 mit Erfolg abgeschlossen. Zwei Publikationen und diverse Konferenzbeiträge sind während dieser fruchtbaren Zusammenarbeit entstanden. Ziel des Projektbezogenen Personenaustauschs ist die Intensivierung der Kooperation zwischen ausländischen und deutschen Forschergruppen, die gemeinsam an einem spezifischen wissenschaftlichen Vorhaben arbeiten. Ein besonderes Gewicht liegt dabei auf der Fortbildung und Spezialisierung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Viele Nobelpreisträgerinnen und -träger unter DAAD-Alumni
„Ich freue mich sehr, dass einer der diesjährigen Nobelpreisträger für Physik ein Alumnus des DAAD ist“, sagt DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. Unter den DAAD-Alumni sind bereits einige, die den Nobelpreis der Königlichen Schwedischen Akademie der Wissenschaften erhalten haben, darunter Friedensnobelpreisträgerin und -träger Wangari Maathai (2004) und Leo Hoffmann-Axthelm (2017), für Medizin Günter Blobel (1999), für Physik Wolfgang Ketterle (2001) sowie für Literatur Imre Kertész (2002), Herta Müller (2009), Mario Vargas Llosa (2010), Swetlana Alexijewitsch (2015), Olga Tokarczuk (2018) und Peter Handke (2019).

Britta Hecker (15. Oktober 2020)

Quelle: https://www2.daad.de/der-daad/daad-aktuell/de/78099-physik-nobelpreis-fuer-daad-alumnus/